Pressemeldung des Baumhaus Verlages

Jan Birck gewinnt mit „Geheimagent Morris und das Geheimnis der alten Windmühle“ den Preis der Troisdorfer Kinderjury.
Mit acht zu drei Stimmen wählten die elf Viertklässler der Troisdorfer Grundschulen, die in diesem Jahr die unabhängige Kinderjury des Troisdorfer Bilderbuchpreises bildeten, das im Baumhaus Verlag erschienene Bilderbuch „Geheimagent Morris und das Geheimnis der alten Windmühle“ zu ihrem Favoriten.

Der Troisdorfer Bilderbuchpreis wird alle zwei Jahre vergeben und ist der einzige deutsche Spezialpreis für künstlerische Bilderbuchillustration.
Der Autor und Illustrator Jan Birck, bisher eher bekannt als Zeichner für die Kinderbuchreihe „Die Wilden Fußballkerle“, legte mit der spannenden Detektivgeschichte sein erstes eigenständiges Bilderbuch vor: Die Geschichte des pensionierten Polizeihundes Morris, der noch einmal auf Gangsterjagd geht.

Mit Aussagen wie „Das Buch ist interessant und geheimnisvoll. Wenn man nur eine Seite liest, kann man überhaupt nicht mehr aufhören“ und „Das Buch hat eine gewisse Ausstrahlung, es ist einfach toll. Die Bilder sind sehr aufwendig und schön“ begründeten die jungen Experten ihre Entscheidung.


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Rezession von der Kinderbuch-Couch

Verständlich, dass Geheimagent Morris nicht erfreut ist, als er ohne seine köstlichen Frühstücksbrötchen den Tag beginnen soll. Doch er ahnt noch nicht, dass er schon mitten in ein neues Abenteuer verstrickt ist.

Geheimbär Pepe ist unterwegs zu Bäcker Goldig, um die bekannt leckeren Frühstücksbrötchen für sich und Geheimagent Morris zu besorgen. Doch wieder zurück muss Pepe eine dramatische Neuigkeit verkünden: Die Bäckerei Goldig existiert nicht mehr musste dem Bäcker „Mister Billig“ weichen. Der Name ist Programm, kaum aus der Tüte entnommen zerfallen die Brötchen zu Bröselhaufen.

Doch nicht nur die Bäckerei Goldig ist betroffen. In der ganzen Stadt, ja im ganzen Land macht sich „Mister Billig“ breit. Doch das Schlimmste an der Sache ist, dass mit den Bäckereien auch alle Bäcker spurlos verschwunden sind. Keine Frage, dass Geheimagent Morris aktiv werden muss.
Ausgestattet mit Spezialgerät von Professor Mumpiz machen sich Pepe und Morris auf zur ehemaligen Bäckerei Goldig.

Dort angekommen staunen die beiden nicht schlecht, als sie einen Hubschrauber auf dem „Mister-Billig“-Geschäft ausmachen. Inspektor Bärbauch - Kontaktmann zu Interpol - ist ebenfalls vor Ort und erteilt einen offiziellen Auftrag. Geheimagent Morris soll den Hubschrauber verfolgen - „Zur Not bis ans Ende der Welt!“

Die abenteuerliche Verfolgungsjagd endet erst im Atlantischen Ozean, wo Morris und Pepe auf der Palmen-Inselgruppe „Endederwelt“ landen und am folgenden Morgen „ein riesiges schwimmendes, tankergroßes Baguette“ entdecken. Geheimagent Morris macht sich sofort daran das eigenartige Schiff zu erkunden. Kaum an Deck wird er von zwei finster dreinblickenden Schweinen abgeführt, die ihn zu Mister Billig persönlich bringen. Auf seinem Weg dorthin entdeckt Morris das Geheimnis des mysteriösen Schiffes. Unter Deck befindet sich eine riesige Produktionsanlage für Backwaren in der alle entführten Bäcker Sklavenarbeit verrichten müssen - darunter auch Bäcker Goldig.

Mister Billig, ein gemein dreinschauendes, Zigarren rauchendes Schwein, welches unter einer riesigen Kuppel hinter einem goldenen Schreibtisch thront und einer goldenen Katze sanft den Rücken streichelt, hat Morris bereits erwartet. Morris wird sofort klar, dass er handeln muss. Der Einsatz einer Spezialuhr des Professors schlägt gänzlich fehl und versprüht unglücklicherweise nur einen kleinen Wasserstrahl direkt in das Gesicht des Geheimagenten. Mister Billig kriegt sich daraufhin vor Lachen kaum noch ein und löst durch eine ungeschickte Bewegung plötzlich den Selbstversenkungsmechanismus seines Schiffes aus. Es bleiben zehn Sekunden Zeit...

Natürlich werden die Bäcker gerettet, Mister Billig gestellt und Inspektor Bärbauch übergeben. Endlich wieder zuhause wartet schon ein köstliches Frühstück mit frischen Kokosnuss-Schoko-Semmeln auf die beiden Spürnasen.

Keine Frage, Jan Birck, der z.B. auch die Wilden Fußballkerle in Szene setzt, versteht es Kinder zu unterhalten. Seinen Illustrationen merkt man die kreative Vielseitigkeit ihres Schöpfers an, der nicht nur als Bilderbuchautor und -Illustrator sondern auch im Trickfilm erfolgreich arbeitet. So wirkt das vorliegende Kinderbuch auch stets ein wenig wie buntes Popcorn-Comic-Kino. Zu keiner Zeit langatmig sondern mit sauber gespanntem Spannungsbogen, vielen Charakteren und einem echten Bösewicht, bleibt „Gefrühstückt wird später“ bis zur letzten Seite interessant.

Schon der Aufbau des Kinderbuches hat „Filmformat“. Erst über einen kleinen Vorspann geht es zum Titel und dann direkt hinein ins Geschehen, welches mit einer in Nebel getauchten Windmühle am Abend klassischer nicht aufmachen kann.

Die Ausgestaltung der Bilder ist schon fast eine Klasse für sich. Die unglaubliche Fülle Details und die sehr stimmungsvollen Szenerien mit vielen amüsanten, überaus humorvollen Nebenschauplätzen machen einfach riesig Spaß. Jan Birck zitiert dabei reichlich: Morris scheint die Hund gewordene Gestalt von Ruhrpott-Kommissar Schimanski, mit beigefarbenem Trenchcoat. Mister Billig ist der Prototyp des Bondschurken - Goldfinger lässt grüssen und auch mit Professor Mumpiz hat Morris einen „Q“ zur Seite.

Die Geschichte wird aus der Perspektive des Geheimagenten erzählt und ist wichtiger Baustein zur Identifikation mit dem Hauptdarsteller, der in selbstbewusster Agenten-Manier agiert.

Ein vielleicht einziger kleiner Wermutstropfen soll nicht unerwähnt bleiben, ohne es überbewerten zu wollen: Wie im Film scheinen auch im vorliegenden Buch die ersten Vermarktungsmechanismen zu greifen und das so genannte Productplacement Einzug zu halten. Mit Markennamen und Produkten wird nicht gespart: Da wird eine Wrigleys-Packung durchs Bild getragen, Morris fährt eine alte BMW, Nutella kommt aufs Brötchen und auch die Backwarenindustrie ist vertreten. Aber schließlich macht uns dieses Buch ein wenig auf "Qualitäts"-(Marken?)-Lebensmittel aufmerksam...

Übrigens erhalten wir am Ende des Buches ein Rezept von Bäcker Goldigs Brötchen, um uns persönlich vom guten Geschmack des Geheimagenten überzeugen zu können. Ausprobiert haben wir es noch nicht.

Fazit: Dieser Bilderbuch-Comic ist bunt, frech, witzig, spannend und einfach herrlich amüsant. Geheimagent Morris dürfte sich auch mit seinem neuesten Abenteuer mühelos einen Platz im Kinderbuch-Regal erobern. Um das noch einmal aufzugreifen: Bei wohl keinem anderen Bilderbuch passt derzeit eine Tüte Popcorn besser. .......Klappe...und Action!!!

Stefanie Eckmann-Schmechta


Preis der Kinderjury

Jan Birck - Geheimagent Morris und das Geheimnis der alten Windmühle

 Elf Viertklässler aus elf Troisdorfer Grundschulen treffen zur Kinderjury 2004 zusammen. Sie votie­ren mit acht zu drei Stimmen für Geheimagent Morris und das Geheimnis der alten Windmühle von Jan Birck. Für diesen Preisträger entscheidet sich auch der neunjährige Marvin, „weil Text und Bilder und Spannung auf einmal im Buch sind. Das Buch hat eine gewisse Ausstrahlung, es ist einfach toll. Die Bilder sind sehr aufwendig und schön“.

Ebenso eingenommen ist Rominia für das Buch: „Es ist für unser Alter, auch wenn es ein Bilderbuch ist“. Differenziert äußert sich Anna.,, Die Überschrift hört sich nicht so toll an ... aber das Buch ist interessant und geheimnisvoll. Wenn man nur eine Seite liest, kann man überhaupt nicht mehr aufhören“. Sebastian bewundert, „das war eine sehr gute Idee, wow, mit einem Hund als Geheimagenten“.

So äußern sich die Mitglieder der Kinderjury spontan bei ihrer Stimmabgabe, nachdem sie in drei­stündiger Arbeit die vielen Einsendungen, Originale und Bücher, auf sich haben wirken lassen. Sie hatten sich gegenseitig ihre Favoriten vorgestellt und ihre Eindrücke ausgetauscht, bis zuguterletzt eine Stichwahl zwischen zwei Bilderbüchern notwendig war. Als „lustig“ und „witzig“ imponierten die Bilder dieser beiden Bücher, die indessen unterschiedlicher kaum hätten sein können.

Spannung ist — wie wir schon hörten — zweifellos ein Kriterium bei der Stimmabgabe gewesen. Spannend ging es aber auch während der Kinderjury selbst zu. Daß in der Vorrunde zwei Bilder­bücher nahezu dieselbe Stimmenzahl aufweisen, auch mit größerem Abstand zu den anderen Mitbewerbern, ist schon häufiger vorgekommen, daß diese beiden Konkurrenten aber absolut entgegengesetzte Typen von Bilderbüchern darstellen, macht die Stichwahl auch für jeden Beob­achter spannend.

Das Buch des Favoriten Jan Birck ist ein weitgehend geschichtengesteuertes, in umgangssprachli­chem Idiom flüssig geschriebenes Detektivbuch, mit schwung- und stimmungsvollen Aquarellen und comicnaher Figurenzeichnung. Geheimagent Morris von Jan Birck ist ein Bilderbuch mit gro­ßem Textanteil, der relativ klein gedruckt ist.

Der andere Favorit ist ein bis auf den Titel absolut textfreies Buch mit klar konturierten und computerkolorierten menschlichen Kunstfiguren auf den doppelseitigen Bildern: Unsichtbar von Katja Kamm. „Ich finde das Buch super, weil die Autorin sich die Mühe gemacht hat, die Bilder so zu gestalten, daß man den Sinn verstehen kann, obwohl sie kein einziges Wort geschrieben hat; und der Übergang von einem Bild zum anderen verrät, was im Bild davor in Frage stand“ (Jonas). Keiner der elf köpf igen Jury verschloß sich dem Vergnügen, als Jonas das Rätsel des Buches überzeugt und überzeugend löste: Gelächter, und der Kreis um ihn wurde eng und enger.

Lachen und Stimmabgabe aber sind zweierlei. Wenn Kinder nur eine einzige Stimme abzugeben ha­ben, — und dies unbeeinflußt dürfen —‚ was gibt dann den Ausschlag? Der Bilderbuchpreis ist für die Viertklässler dieser Jury in erster Linie ein Buchpreis. Bücher, die gefallen, müssen die Gefühlswelt der Kinder ansprechen, Spannung erzeugen und auflösen. Kinder wollen hineingenommen werden in die Erlebnisse der Akteure. Sie wollen mit ihnen zittern und aufatmen, sie wollen das Wechselbad der Gefühle mit ihnen teilen.

Unsichtbar erfreut die Kinder zwar mit seiner experimentellen und konsequenten Raffinesse und überrascht sie auf der kognitiven Ebene, aber auf der emotionalen Ebene lädt es sie nicht zum Miterleben ein. Die neun- und zehnjährigen Viertklässer der Troisdorfer Kinderjury 2004 entscheiden sich daher mit ihrer einen Stimme mehrheitlich für ein Detektivbuch, das bei ihnen das Gefühl weckt, sie seien an riskanten Abenteuern beteiligt.

Preisträger der Kinderjury ist also Jan Birck, der seine Pro- und Antagonisten diversen Hunderassen und anderen tierischen Spezies entnimmt, sie aber weder naturalistisch geschweige denn realistisch gestaltet, sondern sie in die Nähe von Comic und Karikatur rückt. Damit betritt die sechste Troisdorfer Kinderjury, die zum zweiten Mal aus Viertklässlern besteht, Neuland. Bislang waren die von der Kinderjury ausgezeichneten Tierfiguren realistisch, zumindest naturalistisch, und dabei magisch oder emotional überhöht. Zugleich bestätigt die Jury mit ihrer Wahl das Ergebnis einer Untersuchung zur Präferenz von Bildstilen, die besagt, daß mit zunehmen­dem Grundschulalter sich tendenziell eine Vorliebe für Figuren im Comic-Stil ausbildet.

Das Museum dankt den beteiligten Troisdorfer Viertklässlern für die engagierte Arbeit!

Dorothea Dieck-Burkei

windmuehle

Kinderjury - Troisdorfer Kinderbuchpreis 2004

Sebastian:
Ich finde, das war eine sehr gute Idee wow mit einem Hund als Geheimagent.
Und dann auch diese Spannung, die Farben und die Geschichte. Die Bilder sind
lustig, mit vielen Einzelheiten und schönen Farben.

Anna:
Die Überschrift hört sich nicht so toll an, aber das Buch ist sehr interessant, spannend, lustig und geheimnisvoll. Wenn man nur eine Seite liest, kann man überhaupt nicht mehr aufhören. Es handelt sich um einen Hund, der schon viele Berufe gemacht hat. Die Bilder erklaren auch die Geschichte.

Alina:
Die Geheimagentenfiguren sehen lustig aus. Die Bilder sind nicht zu bunt und sehen spannend aus.

Sandro:
Das Buch ist spannend, und der Hund erzählt so, als ob er esgerade wirklich macht. Ich fmd es schön. Die Bilder sind schön, weil große und kleine Sachen gemischt sind.

Lina:
Ich finde das Buch „Geheimagent Morris“ gut, weil es spannend, interessant und lustig ist. Die Bilder sind auch schön, spannend und manchmal witzig.

Marina:
Es ist spannend und aufregend. Wenn man die Bilder anguckt, dann ist es auch ein bißchen lustig. Das keine Menschen, sondern Tiere mit spielen.

Rominia:
Die Bilder sind natürlich gemalt, und es ist spannend. Es ist für unser Alter, auch wenn es ein Bilderbuch ist. Die Bilder sind bunt, und die Farben gut verteilt.

Marvin:
Geheimagent Morris, weil Text und Bilder und Spannung auf einmal im Buch sind. Das Buch hat eine gewisse Ausstralung, es ist einfach toll. Die Bilder sind sehr aufwendig und schön.